Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Wirtschaft

02.03.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Aktuelle Wirtschaftslage

In den letzten Jahren versuchten die jamaikanischen Regierungen, vor allem mit Hilfe internationaler Finanzinstitutionen wie dem IWF, der Weltbank und der Interamerikanischen Entwicklungsbank, den Teufelskreis aus hoher Verschuldung und geringem Wirtschaftswachstum zu durchbrechen. Kennzeichnend geblieben für die jamaikanische Wirtschaft ist aber bisher weiterhin ein eher niedriges Wachstum. Die Inflation lag im Kalenderjahr 2016 bei durchschnittlich ca. 1,7%, stieg in 2017 jedoch wie erwartet auf 4,1%.. Die Arbeitslosigkeit ging 2017 weiter zurück auf 10,4%,(10/2017) jedoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe 20-24 Jahre mit  über 25% besonders hoch. 
Im Tourismussektor war  2017 ein Rekordjahrmit einem Wachstum    auf erstmals über 4,0 Mio Touristen (4,3 Mio. zum Jahresende 2017). und die Verschuldung konnte weiter abgebaut werden. Im Jahr 2016 wuchs die Wirtschaft nach Angaben der Weltbank um 1,4 Prozent. Damit hält die leichte Aufwärtsbewegung, die in der zweiten Hälfte 2013 einsetzte, an. Auf mittlere Sicht wird ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent erwartet. Für das Ende März 2018 ablaufenden Finanzjahr 2017/18 wurde die Prognose von 2,3 bis 2,5% jedoch auf knapp über 1 % reduziert.

Jamaika nimmt im HDI (Human Development Index) mit einem Wert von 0,73 die Position 94 von 188 bewerteten Ländern ein (HDR 2016) und gilt nach Definition der Weltbank als ein 'upper middle income' Land.

Sozial abfedernd wirken die Überweisungen der Auslandsjamaikaner (vor allem aus den USA, Großbritannien und Kanada). Die wirtschaftliche Stagnation der vergangenen Jahrzehnte hatte zur Auswanderung vieler gut ausgebildeter Jamaikaner geführt. Ihre jährlichen Überweisungen an die Familien zu Hause lagen 2017 bei ca. 2,3 Milliarden US-Dollar und war damit leicht rückgängig.

Wirtschaftsstruktur

Die jamaikanische Wirtschaft wird gestützt von den vier Säulen Tourismus, Überweisungen der Auslandsjamaikaner, Tonerde/Bauxit und dem informellen Sektor. Letzterer wird von der Weltbank auf ein Volumen von 43 Prozent des BIP geschätzt. Ca. 70% des (formellen) BIP entfallen auf den Dienstleistungssektor. Im Bauxitabbau/der Alumina-Verarbeitung sind chinesische Investitionen von bis zu 6 Mrd. USD in den nächsten Jahren geplant. Eine seit Jahren nicht genutzte Anlage, vom chinesischen Bergbaukonzern Jiuquan Iron & Steel (Group) Co., Ltd  aufgekauft, verschiffte im Dezember 2017 erstmals wieder 35.000t. Aluminiumoxid nach China.

Außenhandel

Jamaika ist weltweit einer der größten Exporteure von Bauxit beziehungsweise Tonerde. Die Branche musste jedoch seit Mitte 2008 einen dramatischen Preisverfall und infolge der internationalen Wirtschaftskrise eine sinkende Nachfrage verkraften. Der Markt erholte sich nur sehr langsam. Bei der Dominanz des Dienstleistungssektors (Tourismus, Finanzen, Transport, Handel) und der Abhängigkeit von nur wenigen Exportgütern (Bauxit, Zucker, Kaffee, Rum) sorgt der hohe Bedarf an Konsum- und Investitionsgüterimporten (vor allem aus den USA) traditionell für eine stark negative Handelsbilanz. Importiert werden vor allem Konsumgüter, Rohstoffe, Kraftstoff und Kapital-/Investitionsgüter. Im Jahr 2016 importierte Jamaika Waren im Wert von 4,16 Milliarden US-Dollar und exportierte Waren im Wert von 1,19 Milliarden US-Dollar. Die USA bleiben vor Kanada der mit Abstand größte Handelspartner.

Staatshaushalt und Verschuldung

2013 hat Jamaika mit dem IWF eine 'Extended Fund Facility' (EFF_Abkommen) über 4 Jahre (2014-17) über etwa 2 Milliarden US-Dollar (davon WB und IDB je 510 Mio.) abgeschlossen. Mittlerweile konnte Jamaika seine Verschuldung von etwa 138 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Oktober 2014) auf 118,9 Prozent (Ende 2016) reduzieren. Das bisher erfolgreich angelaufene Reformprogramm soll Jamaika aus der Überschuldung heraus auf den Weg eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums führen. Die 14. Überprüfung fand Mitte Dezember 2016 statt. Das EFF-Abkommen wurde im Frühjahr 2017 durch ein auf drei Jahre ausgelegtes Nachfolgeabkommen „Stand by Agreement" mit einem Volumen von 1,1953 Milliarden USD abgelöst. Die bisherigen zwei Überprüfungen dazu hat Jamaika gut bestanden. Eine dritte Evaluierung steht für März 2018 an. Im vierten Quartal 2017 erfolgte eine 3,8%ige Aufwertung der jamaikanischen Währung, verursacht vor allem von dem angepassten Devisen An- und Verkaufsverfahren bei der jamaikanischen Zentralbank.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Ochos Rios
Ochos Rios © picture-alliance / dpa

Deutsche Botschaft Kingston