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Deutschland und Jamaika: Bilaterale Beziehungen

31.03.2020 - Artikel

Die deutsch-jamaikanischen Beziehungen sind seit Jamaikas Unabhängigkeit 1962 freundlich und problemfrei. Jamaika sieht Deutschland als wichtigen internationalen Partner und einen der einflussreichsten Mitgliedsstaaten der EU.

Die bilaterale entwicklungspolitische Zusammenarbeit ist 2003 ausgelaufen, als Jamaika zu einem Land mittleren Einkommens wurde. Ab 2020 soll auch die Einbeziehung in regionale Entwicklungsprojekte beendet werden. Jamaika bleibt jedoch weiterhin Empfänger von Fördermitteln der Internationalen Klima Initiative des Bundesumweltministeriums bei Regionalprojekten sowie Partner der multilateralen deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Größter internationaler Geber ist die EU, die von den Mitgliedsstaaten finanziert wird. Deutschland ist dabei an erster Stelle mit circa 20% vertreten.

Die Ausfuhren (v.a. Bauxit/Alumina, Getränke) nach Deutschland betrugen 2019 170 Millionen Euro. Die Importe aus Deutschland (v.a. Maschinen, Kfz und Kfz-Teile) lagen bei 63 Millionen Euro.

2018 reisten knapp 34.000 Deutsche nach Jamaika (ohne Kreuzfahrtpassagiere). Deutschland belegt damit weiterhin Platz 4 hinter den USA (1,6 Millionen), Kanada (400.000) und Großbritannien (215.000).

Größere deutsche Direktinvestitionen bestehen kaum, jedoch gibt es erhebliche indirekte Beteiligungen an Hotelprojekten. 2017 beteiligte sich ein deutscher Investmentfonds mit dem hiesigen Stromversorger am größten Solarprojekt der Karibik (37 MW) auf Jamaika, eingeweiht am 2. Oktober 2019. In Kingston soll 2020 der Bau eines Trockendocks durch ein deutsch-jamaikanisches Konsortium beginnen.

Der deutsch-jamaikanische Investitionsschutz- und Förderungsvertrag ist am 29. Mai 1996 in Kraft getreten. 

Die seit 1966 bestehende 'Jamaican-German Society' bietet mit finanzieller Förderung durch das Auswärtige Amt Deutschkurse an, die zu vom Goethe-Institut anerkannten Abschlüssen führen. Deutsch wird sonst weder an Schulen noch an Hochschulen unterrichtet.

Über Stipendien-Angebote des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) und der Humboldt-Stiftung werden auch jamaikanische Studenten und Postgraduierte an deutsche Universitäten gesandt. Im Zuge der zunehmenden Einführung englischsprachiger Studiengänge in Deutschland hat sich in Jamaika das Interesse an solch einem Studium spürbar erhöht.

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Ochos Rios
Ochos Rios © picture-alliance / dpa

Deutsche Botschaft Kingston

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