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Außenpolitik

02.03.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Nach seiner Unabhängigkeit in den 70er Jahren spielte Jamaika zunächst eine herausgehobene Rolle im Rahmen der Blockfreienbewegung. In der Folgezeit konzentrierte es sich zunehmend auf seine Rolle als Wortführer der englischsprachigen Karibik im multilateralen Rahmen und als Impulsgeber für die politische und wirtschaftliche Integration der Region sowie deren stärkere Zusammenarbeit mit Lateinamerika.

Bis Ende 2018 hat Jamaika den Vorsitz der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) inne.

USA, Kanada und Großbritannien

Traditionell unterhält Jamaika besonders enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu diesen drei Ländern. Sie beherbergen den überwiegenden Teil der jamaikanischen Diaspora, deren Überweisungen die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes ausmachen, und stellen zusammen 80% - 90% der touristischen Besucher. Alle drei Länder bleiben ferner bevorzugtes Ziel für die Erlangung tertiärer Bildungsabschlüsse.

Die geographische Nähe und wirtschaftliche Abhängigkeit (Importe, Tourismus) bedingen ein sehr enges, gutes - aber nicht immer konfliktfreies - Verhältnis zu den USA. Im Vordergrund stehen handelspolitische und Sicherheitsfragen. Die USA sind ein wichtiger Geber und konzentrieren sich in der Zusammenarbeit vor allem auf den Bereich Innere Sicherheit/Kriminalitätsbekämpfung sowie zunehmend auch auf die Energieversorgung (Flüssigerdgas). Ein besonderes US-Interesse gilt der Eindämmung des Drogentransits.

Auch Kanada und die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien sind wichtige bilaterale Geber und Partner insbesondere im Bereich Innere Sicherheit.  

Europäische Union

Ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) zwischen der Europäischen Union und der Karibik (CARIFORUM: CARICOM-Staaten plus Dominikanische Republik) wurde 2008 unterzeichnet. Die EU unterstützt Jamaika mit einem makroökonomischen Programm zur Schuldenreduzierung und Wachstumsverbesserung, Anpassungsmaßnahmen im Bananen- und Zuckersektor, mit Projekten im Bereich Infrastruktur (Straßenbau) und Wasserversorgung, in der Armuts- und Verbrechensbekämpfung sowie bei der Justizreform. Der größte Teil der Hilfe wird über Budgethilfen in Form von Zuschüssen geleistet. Die Europäische Union, mit starkem deutschem Beitrag, ist mittlerweile der wichtigste Geber von Entwicklungshilfe in Jamaika.

Weitere bilaterale Beziehungen

Die Ausweitung der Beziehungen, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, zu den Ländern Asiens und Afrikas (Süd-Süd-Kooperation) genießt einen hohen Stellenwert. Dies gilt vor allem für China, dessen Bedeutung als Entwicklungspartner bei der Finanzierung, Durchführung und auch dem Betrieb großer Bau- und Infrastrukturprojekte (wie z.B. beim North-South-Highway, Neubau des Außenministeriums) stetig gewachsen ist. Auch der Ausbau der Küstenstraße zwischen Kingston und Port Antonio erfolgt durch chinesische Firmen. China hat damit innerhalb weniger Jahre eine dominierende Rolle übernommen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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Ochos Rios
Ochos Rios © picture-alliance / dpa

Deutsche Botschaft Kingston

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